Ziel des Projektes ist es, die italienische Provinz Verbano Cusio Ossolo und den schweizerischen Kanton Wallis durch ein kulturelles Angebot bekannter zu machen. Konkret soll dies durch Verbreitung von literarischen Werken zu den Themen Berge, Reisen und Abenteuer erreicht werden.
Das Projekt bringt jeweils ein neues Element in die beiden Bergbuchfestivals „LetterAltura“ und „BergBuchBrig“. Diese finden alljährlich im Juni in Verbania und den umliegenden Bergtälern sowie im November in Brig im Wallis statt.
Beide Veranstaltungen behalten ihre ursprüngliche Form, doch wird neu in jedem Festival ein „Fenster“ geöffnet, das vom jeweils anderen Festival gestaltet wird und deutsch sprachige Literatur in Italien und italienisch sprachige in der Schweiz bekannt macht. Im weiteren ist im Frühjahr 2011 in Brig eine Tagung zur Bergliteratur vorgesehen.
Grundlage des Projektes sind die beiden Festivals, die unabhängig voneinander fast zeitgleich in den beiden benachbarten Regionen in der Schweiz und in Italien entstanden und beide der Bergliteratur gewidmet sind. Die Beweggründe für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind allgemeiner und besonderer Natur:
Einerseits rücken die Bergregionen weltweit immer mehr ins Zentrum des Interesses der Staatengemeinschaften. Sollen die Berggebiete eine Zukunft haben, braucht es ein starkes und langfristiges Engagement. Die Literatur kann ebenso wie die Diskussion sozialer und politischer Bergthemen, die Reflexion vertiefen und die Entscheidungen zugunsten der Bergregionen und ihrer Bevölkerung beschleunigen.
Andererseits gibt es spezifische Gründe, welche die beiden benachbarten Grenzregionen verbindet. Die Provinz Verbano, Cusio und Ossolo kennt starke touristische Aktivitäten, konzentriert auf einige wenige Anziehungspunkte am Lago Maggiore wie die Borromäischen Inseln oder die Gärten der Villa Taranto. Auch die kulturellen Veranstaltungen von internationalem Ruf finden an den Gestaden des Langensees statt. Doch der grösste Teil des Territoriums ist gebirgig, und die Berge bieten eindrückliche Landschaften, die seit langem renommierte Wissenschaftler und Schriftsteller in ihren Bann ziehen. Zudem beherbergt das Gebiet vier Verlagshäuser; der grösste Teil ihrer Buchproduktion, ob von lokalem oder nationalem Interesse, ist dabei Bergthemen gewidmet. Auch das Wallis gehört zu den attraktivsten Gerbirgslandschaften Europas mit einer vielfältigen literarischen Produktion in französischer und deutscher Sprache. Seit Jahrhunderten unterhalten die beiden Regionen enge Beziehungen, beispielsweise im Mittelalter durch die Besiedelung mehrerer Ossola-Täler durch die Walser und seit dem Bau des Simplontunnels anfangs des 20. Jahrhunderts bis heute durch intensive Handelsaktivitäten und die täglichen Pendlerbewegungen italienischer Grenzgänger.
Das Projekt LIT.ALPS will diese Verbindungen verstärken und en kulturellen Austausch ausbauen. Wichtig ist, regelmässige Veranstaltungen zu schaffen, die im Lauf der Zeit Früchte tragen werden.
Das Projekt verfolgt die folgenden Ziele:
In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies:
Das Projekt bringt beiden bestehenden Veranstaltungen als Mehrwert eine weitere Internationalisierung. LetterAltura hat hier einen bei der zweiten Auflage einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht mit der Beteiligung von Autoren aus der Schweiz, Frankreich und Indien. Allerdings fehlte bis heute eine markante Präsenz deutsch sprachiger Autoren, obwohl gerade diesen sowohl in der belletristischen wie wissenschaftlichen Literatur eine grosse Bedeutung zukommt. Erinnert sei an dieser Stelle nur an die umfangreiche alpinistische Literatur zu allen Teilen der Welt in deutscher Sprache. Die BergBuchBrig ihrerseits hat sich in den bisherigen drei Ausgaben auf deutschsprachige Literatur konzentriert. So schafft das Projekt LIT.ALPS neu Chancen für intensive interkulturelle Begegnungen und das gegenseitige Kennenlernen der beiden Sprachkulturen.